Geschichte

Adel, Bauern, Bürger – 1000 Jahre schriftlich dokumentierte Geschichte

Steinzeitliche Pfahlbauten weisen auf frühere Besiedlung hin

Bräunlingen kann auf eine mehr als 1000-jährige offiziell dokumentierte Geschichte zurückblicken. Erstmals benannt wurde der Ort in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Reichenau im Jahr 802. Doch Funde aus dem 3. Jahrtausend vor Christus weisen darauf hin, dass die Gegend bereits sehr viel früher besiedelt war. Der langen Historie von Bräunlingen lässt sich bei einem Rundgang durch den historischen Stadtkern und das Kelnhof-Museum oder bei einer thematischen Stadtführung nachspüren. Die Tourist-Information hält dazu passende Flyer bereit.

3000 v. Chr. Steinzeitliche Funde in Bruggen und im Gewann Gießnau (Pfahlbauten). Grabungsfunde belegen eine Besiedelung Bräunlingens bereits für diese Zeit. Ein Grabhügel im Gewann Niederwiesen erbringt reiche Funde aus einem Zeitraum von rund 3.500 Jahren (neolithische Zeit bis zur frühmerowingischen Zeit).

260 n. Chr. Die Alemannen in der Baar nach der Vertreibung der Römer, Funde von Reihengräbern. Vermutliche Gründungszeit der Urmark Bräunlingen.

450 Archäologische Funde belegen einen alamannische Adelssitz in Bräunlingen für diese Zeit.

799 Stiftung der Pfarrei Bräunlingen durch Abt Waldo von Reichenau; St. Remigius-Kirche an der Buchhalde – „parrochia ad Sanctum Remigium in tombis“

802 Erstmalige Nennung als Brülingen in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Reichenau

1100 Um diese Zeit ist in Bräunlingen außer den Kellern vom Kelnhof auch ein Adelsgeschlecht „de Brülingen“ nachzuweisen.

1145 wird Mistelbrunn in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Allerheiligen erstmals urkundlich erwähnt.

1203 vermutlich schon Ummauerung von Bräunlingen, Baujahr des Nieder- oder Mühlentors. Diese geht auf die Herzöge von Zähringen zurück. Stadtanlage mit vier Toren, Mauer, Graben und Wall. Die Kürnburg ist Zähringer-Stützpunkt.

1305 Bräunlingen erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet. Die Stadt Bräunlingen wird österreichische Enklave.

1313 wird der Stadt Bräunlingen das Dießenhofer Recht in angepasster Form verliehen.

1352 Gründung von Hubertshofen durch den Bräunlinger Bürger Hubert.

1358 wird die Ortsburg von Bräunlingen letztmals erwähnt. Herzog Rudolf verleiht der Stadt das Marktrecht.

1393 erhält Bräunlingen seine Zweite Stadtordnung.

1415 wird Bräunlingen Freie Reichsstadt und scheidet für zehn Jahre aus dem Verband mit Vorderösterreich aus.

1430 Herzog Friedrich IV. von Österreich bestätigt der Stadt Bräunlingen alle früheren Freiheiten.

1444 Die Stadt kommt in Pfandschaft gegen Graf Heinrich von Fürstenberg.

1489 Die Bräunlinger Bürger verlassen die Stadt. Sie ziehen nach Villingen, da sich infolge der Pfandschaft schwere Streitigkeiten mit den Fürstenbergern ergeben haben.

1492 kommt Bräunlingen mit allem Zubehör wieder in die Hand Österreichs.

1498 kauft der Graf von Fürstenberg das Dorf Bruggen mit Zwing und Bann.

1515 will Fürstenberg seine Hoheitsrechte über Hubertshofen ausdehnen, was jedoch verhindert werden kann.

1565 werden Ober- und Unterbränd von Bräunlinger Bürgern besiedelt; das seit 1446 entvölkerte Waldhausen ist wieder von Siedlern belebt.

1576 Schultheiß, Rat, Adel und Priesterschaft genießen Sonderrechte. Hinweise auf die Bedeutung des Stadtgrabens mit einer Breite von 13,5 bis 18 Meter. Auf Weisung des Erzherzogs Ferdinand von Tirol erhält Bräunlingen seine Dritte Stadtordnung. Diese wird 1580 in das Kopialbuch der Stadt aufgenommen.

1591 Ratsschreiber Moser erstellt einen Gemarkungsplan. Die älteste bildliche Darstellung der Stadt zeigt eine ellipsenförmige Ummauerung

1631 wird der Jurisdiktionsstreit zwischen Fürstenberg und Bräunlingen beendet. Die Stadt besitzt wieder die hohe und niedere Gerichtsbarkeit.

1671 Oberschultheiß Johann Conrad Gumpp erwirbt sich besondere Verdienste um den Stadtwald, den die Grafen von Fürstenberg für sich beanspruchen; Ritt nach Wien zum Kaiser.

1685 bezieht eine Abordnung des österreichischen Regiments von Stadel in Bräunlingen Quartier. Es soll vor Übergriffen der Fürstenberger schützen.

1702 Auszug des Brülinger Landfahnens ins Oberelsass

1708 ist Bräunlingen die einzige Gemeinde im Raume vor dem Schwarzwald, die das „Recht auf Stock und Galgen“ hat.

1719 Brand der Stadt Bräunlingen

1740 Beginn des Österreichischen Erbfolgekrieges. Große Einquartierungen und Belastungen der Stadt Bräunlingen.

1768 wird der Wald der Bräunlinger zum Herrschaftswald (Kameralwald) erklärt.

1806 Durch den Frieden von Preßburg gelangt das vorderösterreichische Bräunlingen in den Besitz von Württemberg. Am 12. September 1806 erfolgt die Übergabe der Stadt Bräunlingen an das Großherzogtum Baden.

1842 wird das Gupfentor abgerissen.

1846 scheiden die Dependenzorte Unterbränd, Oberbränd, Hubertshofen und Bubenbach aus der Gemeinschaft mit Bräunlingen aus und werden selbstständig.

1850 Obertor und Kirchtor werden abgetragen.

1881-89 Bau der neuen Stadtpfarrkirche in Bräunlingen

1904 Zum Gedenken an Kaiser Leopold I. wird der Leopoldstein an der Gabelung zwischen der alten Waldstraße und der neuen Planie errichtet. Das Mühlentor wird neu gebaut.

1906 Erstellung des Elektrizitätswerksgebäudes an der Zähringerstraße

1912 Grundsteinlegung und Neubau der städtischen Volksschule mit Turnhalle an der Kirchstraße und Grabenring

1922 Bau der Staumauer am Kirnbergsee zusammen mit dem Kraftwerk Waldhausen

1939 Bruggen gehört seit 1. September dieses Jahres mit seinem ganzen Gebiet als Ortsteil zur Stadt Bräunlingen.

1952 Neubau und Eröffnung der Stadthalle zur Wiederverleihung der Stadtrechte

1969 Inbetriebnahme des neu erstellten Hallenbades und des Otto-Würth-Stadions mit Clubhaus; Einweihung der neu erbauten evangelischen Auferstehungskirche am Bruggacker

1971 Am 1. Januar erfolgt die Eingliederung von Döggingen in die Stadt Bräunlingen.

1972 Am 1. April Eingliederung der Gemeinden Mistelbrunn, Unterbränd und Waldhausen

1978/79 Um- und Ausbau des seit 1669 bestehenden Rathauses an der Kirchstraße

1988 Eröffnung des Kelnhof-Museums

1990 Hochwasserkatastrophe (15. Februar) in Bräunlingen

1991 Neubau einer dreiteilbaren Sporthalle

1992 Einrichtung des städtischen Kindergartens an der Schulstraße

1998 Inbetriebnahme der Biowärme Bräunlingen, ein Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk zur Trocknung von Klärschlamm und zur Wärmeversorgung des Industriegebietes Niederwiesen

1999 Das städtische Krankenhaus wird geschlossen.

2000 Das Seniorenzentrum Bräunlingen (Altenpflegeheim und betreute Seniorenwohnungen) wird eröffnet. Umgehungsstraßen und Hochwasserflutmulde werden in Betrieb genommen.

2001 Die Staumauer des Kirnbergsees wird saniert, hierfür wird das Seewasser komplett abgelassen.

2002 Gründung des Energiezweckverbandes Baar (EV-Baar) zusammen mit der Stadt Hüfingen und der EGT-Triberg. Der EV-Baar ist für den Betrieb und die Führung der Strom und Wärmenetze der Städte Bräunlingen und Hüfingen verantwortlich.

2003 Schließung des Bräunlinger Hallenbades

2008 Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Stadtsanierung Kelnhofplatz und ein Teil der Zähringerstraße

2009 Einweihung der Gauchachhalle Döggingen nach Umbau und Erweiterung

2009 Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes der Stadtsanierung Zähringerstraße und Kreuzungsbereich beim Lindenhof sowie Zähringerplatz

2009 Erster Bauabschnitt des Hochwasserschutzes Brändbach von der Färbergassenbrücke bis zur Weinstubenbrücke mit Neubau der Färbergassenbrücke

2010 Im zweiten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes Brändbach wird die Weinstubenbrücke neu gebaut.

2011 Dritter Bauabschnitt des Hochwasserschutzes Brändbach von der Weinstubenbrücke bis zur Stadthallenbrücke

2011-2015 Sanierung der Stadthalle Bräunlingen und offizielle Wiedereröffnung am Sonntag, 19. Mai 2015.

2017 Sanierung des Mühlentores

Urlaub in Bräunlingen